Gerade für Nutzimmobilien, aber auch für Wohnimmobilien gilt, die sinnvollste Sparmaßnahme am Bau ist jeder “nicht gebaute, weil nicht erforderliche, Quadratmeter Nutzfläche”. Das heißt, man soll nur bauen, was danach auch benötigt wird. Klingt zwar logisch, wird aber nur sehr selten konsequent vor der Errichtung bis zum Ende durchgedacht.
Der ökologische Einfluss von Gebäuden ist nicht zu leugnen. Immerhin verbrauchen Gebäude (in Europa) 20 % des Frischwassers und 25 % des Holzes. Ausserdem verursachen Gebäude 30 % der CO2 Emmissionen, 50 % der Verkehrsbelastung durch LKWs und mehr als 50 % des Abfallvolumens.
In unserer Tätigkeit als Makler sind wir immer wieder mit Immobilien konfrontiert, die dramatisch überproportioniert gebaut worden sind. Häuser mit 300 m² Wohn- Nutzfläche und nur einem Bewohner sind nicht selten und für die 60er und 70er Jahre typisch. Dass ein solches Haus nicht nur weit mehr als notwendig in der Anschaffung kostet ist verständlich. Ausserdem wird aber auch viel Geld unnütz für Betriebskosten, für zu viel gebaute Wohnfläche, ausgegeben.
Ebenfalls mitbedenken sollte man die ökologischen Auswirkungen eines überdimmensionierten Gebäudes. Nicht nur werden wertvolle Rohstoffe für die Errichtung verwendet, es muss auch beheizt werden und beim Abriss muss der “Bauüberschuss” auch wieder entsorgt werden.
Immer mehr große Unternehmen setzen auch darauf, dass ihre Mitarbeiter verstehen, dass sie durch sinnvolle Benützung, die Betriebskosten der jeweiligen Büroimmobilien senken können. Bei Beiersdorf zum Beispiel geht man von einem Einsparungspotenzial von 10 % der Betriebskosten aus. Dort hat man verstanden, dass schon mit kleinen Handgriffen wie das Ausschalten des Bildschirms bei Nichtbenutzung oder der Betätigung des Kippschalters bei Steckerleisten viel Energie gespart werden kann. Weitere Beispiele für Einsparungsmassnahmen wären der bewusste Umgang mit Licht oder richtiges Lüften. Bei Beiersdorf sollen nach einem Pilotprojekt nun konzernweit standardisierte Massnahmen zur Energieeffizienz eingesetzt werden.
Das “blue building” ist nicht nur ein gut gedämmtes und mit ökologisch sinnvollen Materialien errichtetes Gebäude. Vielmehr ist auch eine sorgfältige Planung und die Mitarbeit der Immobiliennutzer erforderlich um aus einem “green” ein “blue building” zu machen.



