Vor allem in den Ballungszentren sind viele Immobilienunternehmen beinahe ausschließlich mit der Vermietung von Wohnungen beschäftigt. Die nun beschlossene Reduzierung der Provision kostet einem Immobilienmakler im Schnitt zwischen 15.000 und 20.000 Euro pro Jahr. Dies ist gleichzusetzen mit den Kosten für einen Arbeitsplatz. Es ist also zu befürchten, dass viele Unternehmen nun beim Personal sparen werden.
Ein anderer Weg auf die neue Situation zu reagieren ist es, um Kosten zu sparen, nur noch Massenbesichtigungen durchzuführen. Wir möchten diese Richtung jedoch nicht einschlagen, weil sie zu einem erhöhten Entscheidungsdruck für mögliche Mieter führt und dadurch auch kaum die Qualität der Beratung durch den Immobilienfachmann erhöhen kann.
Völlig außer Acht gelassen wurde in der bisherigen Diskussion, dass die alte Regelung auch dem Schutz des Vermieters gedient hat. Mietnomadentum ist auch in Österreich kein Fremdwort mehr. Die Provision von 2 Monatsmieten gemeinsam mit den üblichen 3 Mieten Kaution haben dazu geführt, dass für die Vermieter sichergestellt war, dass nur Mieter die über ausreichende Finanzkraft verfügen als Partner für einen Mietvertrag in Frage gekommen sind.
Zu befürchten ist, dass Vermieter nun dazu übergehen höhere Mieten zu verlangen. Einerseits um sicherzustellen, dass sie weiterhin für hochwertigen Wohnraum auch hochwertige Mieter finden und andererseits, weil sie die nun “frei gewordene” Provision über die Mietdauer in den Mietvertrag einrechnen.
Wie sich die Novelle der Maklerverordnung langfristig auswirkt wird man sehen. Unser Bestreben bleibt es sowohl Mietern als auch Vermietern kompetentes Service auf hohem Niveau zu bieten.



